Warum hat ein Züchter eine große Anzahl an Tieren?

Züchtern wird gern vorgeworfen, ihre Anzahl an Tieren sei viel zu hoch und in den Köpfen mancher Laien schwebt aus vielerlei Gründen die Vorstellung, dass eine kleine Zucht eine bessere, liebevollere Zucht sei. Natürlich lässt sich allein durch den Besitz eines Männchens und eines Weibchens Nachwuchs bereits produzieren, viel mehr jedoch auch nicht. Gelungene und verantwortungsbewusste Zuchtauslese erfordert einiges mehr.

Ernsthafte und verantwortungsbewusste Zucht dient in ihren Zielen der Erhaltung und Förderung einer Art bzw. Rasse und schließt nach Möglichkeit ebenfalls eine Verbesserung mit ein.
Sie denkt nicht nur bis zu den nächsten Würfen, sondern in vielen Generationen und an die Zukunft der Art bzw. Rasse im Ganzen. Sie arbeitet schrittweise innerhalb vieler kleiner Teilziele, um sich im Laufe der Jahre so weit wie möglich den großen Zielen nähern zu können. Der einzelne Züchter arbeitet gar oft in dem Bewusstsein, selbst den Erfolg und die Früchte der eigenen Zuchtarbeit hinsichtlich der ganz großen Ziele unter Umständen gar nicht mehr erleben und ernten zu können.
Zuchtziele zu definieren bedeutet, sich auf den Weg zu begeben und daran zu arbeiten, sie möglichst zu erreichen. Zuchtziele sind keine fertigen Ergebnisse, die man nur noch züchterisch vervielfältigen muss.

Im Folgenden ein Einblick in die Farbmauszucht, der je nach dem Stand der Erbgesundheit der Hobbyzuchtpopulation auf andere Nagerarten übertragbar ist.

Stammtiere – Zuchttiere – notwendiger Gesamtbestand zur Zuchtauslese

Um sich innerhalb der Farbmauszucht den kleinen Teil- und großen Endzielen annähern zu können, ist zumindest ein Basiswissen bzgl. Zucht im Allgemeinen sowie eine sehr strenge Zuchtauslese hinsichtlich Gesundheit, Wesen und äußerer Erscheinung erforderlich.

Allein die verantwortungsbewusste Zuchtauslese nur nach gesundheitlichen Kriterien mit dem Ziel, negative erbliche Dispositionen so weit wie möglich auszugrenzen, einzudämmen oder gar auszumerzen setzt beim Züchter ein Minimum von etwa 20-50 Stammtieren pro Rasse (Zuchtfarbe), die gezüchtet wird, voraus. Bei anderen Hobbyzuchtformen als der Rassezucht, aus denen ebenfalls Heimtiere hervorgehen sollen, stellt die o. g. Anzahl ein Minimum für den zur Zuchtauslese notwendigen Gesamtbestand dar.

 Stammtiere sind nicht gleichzusetzen mit Zuchttieren. In einer verantwortungsbewussten Zucht geht nach abschließender Zuchtauslese von vier bis zu zwölf Monaten (in einigen Fällen sind rund neun bis zwölf Monate notwendig) tatsächlich nur ein Bruchteil der Stammtiere als Zuchttiere in die weitere Zucht für die nächste Generation. Der Anteil männlicher Stammtiere für eine gelungene Selektion sowie eine Vermeidung des übermäßigen Einsatzes eines einzelnen Männchens, die ein gewissenhafter Züchter ebenfalls halten muss, beträgt dabei durchaus 25 bis 50 Prozent der Mäuse einer Rasse bzw. des Gesamtbestandes.

Ein ernsthafter Züchter hält somit zwangsläufig wesentlich mehr Tiere als er letztendlich in der Zucht einsetzen wird. Er ist stets darauf bedacht, mehrere Mäuse beiderlei Geschlechts aus einem Wurf bei sich zu behalten, um nur mit den besten Tieren weiter züchten zu können und um möglichst viele Rückschlüsse auf die Anlagen der Elterntiere sowie deren Vorfahren ziehen zu können. Bereits zur Zucht verwendete Tiere verbleiben nach Möglichkeit lebenslang beim Züchter oder einer vertrauten Person, um deren weiteren Verlauf hinsichtlich ihrer Veranlagungen beobachten zu können. Bei den wenigen Abgabetieren, die bedingt durch diese Zuchtverfahren in Liebhaberhände gelangen, ist der Züchter bemüht, deren Entwicklung mitverfolgen zu können. Dies erfordert eine gewisse Mithilfe durch die Abnehmer, welche sorgsam ausgesucht werden.

Können die o. g. Bedingungen bei einer Geschwister- oder Elterngeneration einmal nicht eingehalten werden und ist über die Verwandtschaft der Zuchttiere bisher nichts oder wenig bekannt, wird die Nachzucht entweder gar nicht als Heim- oder Zuchttier abgegeben oder aber der zukünftige Besitzer wird entsprechend über den Mangel an Hintergrundwissen bzgl. der Erbanlagen der Tiere deutlich informiert.

Zuchtauslese nach rein optischen Gesichtspunkten ist weit weniger zeitaufwändig. Sie beginnt beim Jungtier und endet nach vier bis maximal sechs Monaten.
Ein Züchter, den nur Äußerlichkeiten interessieren, wird seine Mäuse jünger verpaaren und muss weit weniger Stammtiere halten als jemand, dem auch gesundheitliche Aspekte wichtig sind. In vielen ausländischen Showzuchten sind Mäuse über einem Alter von sechs Monaten nicht im Bestand zu finden. Alttiere sind einfach nicht mehr von Interesse und werden entsorgt. Die reine Showzucht unterscheidet sich somit erheblich von der Rassezucht, wie sie in Deutschland praktiziert wird. Auch Hobbyzuchten, in denen es um niedliche, bunte Mäuse geht, zeichnen sich selten durch langfristige Zuchtselektion mit entsprechend großer Auswahl an möglichen Zuchttieren aus.
Züchter, deren Intention Futtertiere zu erzeugen ist, verfolgen vor allem das Interesse, fruchtbare Mäuse zu haben. Die Lebenserwartung spielt weniger eine Rolle, so lange die Tiere es schaffen, sich zu reproduzieren (ein Mäuseweibchen kann bereits mit rund 47 Tagen den ersten Wurf gebären) oder gegebenenfalls so lange zu leben, um ihre Endgröße zu erreichen. Ein Futtermauszüchter kann auch wenig nachvollziehen, warum ein oder zwei Würfe im Leben eines Weibchens ausreichend sein sollen. Im privaten Bereich hat durchaus ein Wandel im Bewusstsein einiger Futtertierzüchter stattgefunden, der sich jedoch mehr auf die Punkte Haltung und Ernährung bezieht, weniger auf geduldige Zuchtauslese.

Zusätzlich zu den genannten Gründen für die Notwendigkeit einer hohen Anzahl an Stammtieren kommt der Umstand hinzu, dass ein Züchter bemüht sein muss, innerhalb seines eigenen Bestandes eine möglichst hohe genetische Varianz aufzubauen. Mit ausschließlich irgendwie verwandten Tieren endet der Züchter nach einem gewissen Zeitraum in einer Sackgasse. Gleichzeitig ist es nie leicht, passendes und hoffentlich (einigermaßen) erbgesundes "Frischblut" zu bekommen und man kann und darf sich beim Aufbau eines Zuchtstammes nicht darauf verlassen, beständig auf den Pool anderer Zuchten zurückgreifen zu können. Pflicht eines jeden Züchters ist somit, innerhalb der eigenen Zucht mehrere getrennte Linien (pro Rasse) aufzubauen.

copyright DMRM e. V. 2009

 

Sinn eines großen Gesamtbestandes
 

Warum hat ein Züchter eine große Anzahl an Tieren?

Züchtern wird gern vorgeworfen, ihre Anzahl an Tieren sei viel zu hoch und in den Köpfen mancher Laien schwebt aus vielerlei Gründen die Vorstellung, dass eine kleine Zucht eine bessere, liebevollere Zucht sei. Natürlich lässt sich allein durch den Besitz eines Männchens und eines Weibchens Nachwuchs bereits produzieren, viel mehr jedoch auch nicht. Gelungene und verantwortungsbewusste Zuchtauslese erfordert einiges mehr.

Ernsthafte und verantwortungsbewusste Zucht dient in ihren Zielen der Erhaltung und Förderung einer Art bzw. Rasse und schließt nach Möglichkeit ebenfalls eine Verbesserung mit ein.
Sie denkt nicht nur bis zu den nächsten Würfen, sondern in vielen Generationen und an die Zukunft der Art bzw. Rasse im Ganzen. Sie arbeitet schrittweise innerhalb vieler kleiner Teilziele, um sich im Laufe der Jahre so weit wie möglich den großen Zielen nähern zu können. Der einzelne Züchter arbeitet gar oft in dem Bewusstsein, selbst den Erfolg und die Früchte der eigenen Zuchtarbeit hinsichtlich der ganz großen Ziele unter Umständen gar nicht mehr erleben und ernten zu können.
Zuchtziele zu definieren bedeutet, sich auf den Weg zu begeben und daran zu arbeiten, sie möglichst zu erreichen. Zuchtziele sind keine fertigen Ergebnisse, die man nur noch züchterisch vervielfältigen muss.

Im Folgenden ein Einblick in die Farbmauszucht, der je nach dem Stand der Erbgesundheit der Hobbyzuchtpopulation auf andere Nagerarten übertragbar ist.

Stammtiere – Zuchttiere – notwendiger Gesamtbestand zur Zuchtauslese

Um sich innerhalb der Farbmauszucht den kleinen Teil- und großen Endzielen annähern zu können, ist zumindest ein Basiswissen bzgl. Zucht im Allgemeinen sowie eine sehr strenge Zuchtauslese hinsichtlich Gesundheit, Wesen und äußerer Erscheinung erforderlich.

Allein die verantwortungsbewusste Zuchtauslese nur nach gesundheitlichen Kriterien mit dem Ziel, negative erbliche Dispositionen so weit wie möglich auszugrenzen, einzudämmen oder gar auszumerzen setzt beim Züchter ein Minimum von etwa 20-50 Stammtieren pro Rasse (Zuchtfarbe), die gezüchtet wird, voraus. Bei anderen Hobbyzuchtformen als der Rassezucht, aus denen ebenfalls Heimtiere hervorgehen sollen, stellt die o. g. Anzahl ein Minimum für den zur Zuchtauslese notwendigen Gesamtbestand dar.

 Stammtiere sind nicht gleichzusetzen mit Zuchttieren. In einer verantwortungsbewussten Zucht geht nach abschließender Zuchtauslese von vier bis zu zwölf Monaten (in einigen Fällen sind rund neun bis zwölf Monate notwendig) tatsächlich nur ein Bruchteil der Stammtiere als Zuchttiere in die weitere Zucht für die nächste Generation. Der Anteil männlicher Stammtiere für eine gelungene Selektion sowie eine Vermeidung des übermäßigen Einsatzes eines einzelnen Männchens, die ein gewissenhafter Züchter ebenfalls halten muss, beträgt dabei durchaus 25 bis 50 Prozent der Mäuse einer Rasse bzw. des Gesamtbestandes.

Ein ernsthafter Züchter hält somit zwangsläufig wesentlich mehr Tiere als er letztendlich in der Zucht einsetzen wird. Er ist stets darauf bedacht, mehrere Mäuse beiderlei Geschlechts aus einem Wurf bei sich zu behalten, um nur mit den besten Tieren weiter züchten zu können und um möglichst viele Rückschlüsse auf die Anlagen der Elterntiere sowie deren Vorfahren ziehen zu können. Bereits zur Zucht verwendete Tiere verbleiben nach Möglichkeit lebenslang beim Züchter oder einer vertrauten Person, um deren weiteren Verlauf hinsichtlich ihrer Veranlagungen beobachten zu können. Bei den wenigen Abgabetieren, die bedingt durch diese Zuchtverfahren in Liebhaberhände gelangen, ist der Züchter bemüht, deren Entwicklung mitverfolgen zu können. Dies erfordert eine gewisse Mithilfe durch die Abnehmer, welche sorgsam ausgesucht werden.

Können die o. g. Bedingungen bei einer Geschwister- oder Elterngeneration einmal nicht eingehalten werden und ist über die Verwandtschaft der Zuchttiere bisher nichts oder wenig bekannt, wird die Nachzucht entweder gar nicht als Heim- oder Zuchttier abgegeben oder aber der zukünftige Besitzer wird entsprechend über den Mangel an Hintergrundwissen bzgl. der Erbanlagen der Tiere deutlich informiert.

Zuchtauslese nach rein optischen Gesichtspunkten ist weit weniger zeitaufwändig. Sie beginnt beim Jungtier und endet nach vier bis maximal sechs Monaten.
Ein Züchter, den nur Äußerlichkeiten interessieren, wird seine Mäuse jünger verpaaren und muss weit weniger Stammtiere halten als jemand, dem auch gesundheitliche Aspekte wichtig sind. In vielen ausländischen Showzuchten sind Mäuse über einem Alter von sechs Monaten nicht im Bestand zu finden. Alttiere sind einfach nicht mehr von Interesse und werden entsorgt. Die reine Showzucht unterscheidet sich somit erheblich von der Rassezucht, wie sie in Deutschland praktiziert wird. Auch Hobbyzuchten, in denen es um niedliche, bunte Mäuse geht, zeichnen sich selten durch langfristige Zuchtselektion mit entsprechend großer Auswahl an möglichen Zuchttieren aus.
Züchter, deren Intention Futtertiere zu erzeugen ist, verfolgen vor allem das Interesse, fruchtbare Mäuse zu haben. Die Lebenserwartung spielt weniger eine Rolle, so lange die Tiere es schaffen, sich zu reproduzieren (ein Mäuseweibchen kann bereits mit rund 47 Tagen den ersten Wurf gebären) oder gegebenenfalls so lange zu leben, um ihre Endgröße zu erreichen. Ein Futtermauszüchter kann auch wenig nachvollziehen, warum ein oder zwei Würfe im Leben eines Weibchens ausreichend sein sollen. Im privaten Bereich hat durchaus ein Wandel im Bewusstsein einiger Futtertierzüchter stattgefunden, der sich jedoch mehr auf die Punkte Haltung und Ernährung bezieht, weniger auf geduldige Zuchtauslese.

Zusätzlich zu den genannten Gründen für die Notwendigkeit einer hohen Anzahl an Stammtieren kommt der Umstand hinzu, dass ein Züchter bemüht sein muss, innerhalb seines eigenen Bestandes eine möglichst hohe genetische Varianz aufzubauen. Mit ausschließlich irgendwie verwandten Tieren endet der Züchter nach einem gewissen Zeitraum in einer Sackgasse. Gleichzeitig ist es nie leicht, passendes und hoffentlich (einigermaßen) erbgesundes "Frischblut" zu bekommen und man kann und darf sich beim Aufbau eines Zuchtstammes nicht darauf verlassen, beständig auf den Pool anderer Zuchten zurückgreifen zu können. Pflicht eines jeden Züchters ist somit, innerhalb der eigenen Zucht mehrere getrennte Linien (pro Rasse) aufzubauen.

copyright DMRM e. V. 2009