german mouse and hamster club

Vereinssitz: Oberhausen/Rhld. VR 41634 Gründungsjahr: 2004
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Entwicklung der Farbmaus und ihrer Zuchtformen

Kurzer Exkurs: Arten, Unterarten und Rassen

Eine Art (auch Spezies genannt) ist die grundlegende Kategorie der klassischen Systematik (biologische Taxonomie). Die Art, zu der die Farbmäuse zählen, nennt man Mus musclus (Hausmaus).

Innerhalb einer Art kann nochmals in verschiedene Rassen untergliedert werden. Eine Rasse ist jedoch keine natürliche Variante einer Art, sondern eine vom Menschen gezielt heraus gezüchtete Erscheinungsform. Auf diesem Wege entstanden unterschiedliche Rassen bei den Tierarten, die der Mensch als Haus- oder Nutztier züchtet. Unsere Hunde sind hier sicher ein gutes Beispiel. Beim Wildtier dagegen bezeichnet man unterschiedliche Erscheinungsformen einer Art nicht als Rasse, sondern als Unterart.
Eine Rasse ist also immer eine von Menschen durch Zucht erzeugte Variante einer Tierart, die durchaus deutlich von der Wildform abweicht. Neben äußerlichen Abweichungen vom Wildtyp, ist der Mensch bei Haustieren zudem bestrebt, seinen Wünschen gemäß bestimmte Charaktereigenschaften durch Zucht zu festigen (Beispiel Hund: Jagdhund, Hütehund, Rettungshund, Gesellschaftshund, ...). Beim Nutztier wiederum stehen andere erwünschte Eigenschaften bei der Zuchtauslese im Vordergrund, wie z. B. eine hohe Milchleistung oder eine bestimmte Fleischbeschaffenheit beim Rind.

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Von der Hausmaus zur Farbmaus

Die Farbmaus gehört - wie bereits eingangs erwähnt - zur Art Mus musculus (Hausmaus), ist aber im Gegensatz zur Wildmaus eine domestizierte Form der Hausmaus. Durch Zucht in Menschenhand entwickelten sich Hausmäuse, die ihre Scheu vor dem Menschen verloren hatten und sich insbesondere durch die Farbvielfalt ihres Fells von den wilden Artgenossen unterschieden. Diese Besonderheit führte in Deutschland zur umgangssprachlichen Bezeichnung "Farbmaus" für die zahme und in vielen Färbungen auftretende Hausmaus. Auch die weiße Maus gehört zu den Farbmäusen. Fälschlicherweise wird häufig zwischen Farbmaus und weißer Maus bzw. Albino getrennt, was jedoch in keiner Weise berechtigt ist. Dies dürfte in der besonderen Stellung des Albinos als Futtermaus begründet sein.


Obwohl bei der gewöhnlichen Farbmaus der Mensch die Reproduktion der Tiere selektiv beeinflusst hat, wäre es dennoch falsch bei herkömmlichen Farbmäusen von Rasse oder Rassen zu sprechen. Rassezucht und entsprechend die Zucht von Rassen beinhaltet immer ein Zuchtkonzept, welches in Zuchtstandards festgehalten wird, die die typischen Rassemerkmale einer Rasse beschreiben. Vorstehende Bedingungen waren und sind bei der Zucht gewöhnlicher Farbmäuse nicht gegeben. Diese sind nur das Ergebnis einer Zucht mit dem Plan, möglichst bunte Mäuse mit möglichst ungewöhnlichen Fellvarianten für den Verkauf im Handel zu züchten oder schnellstmöglich große Massen von zumeist Albinos zu produzieren, um den Futtertiermarkt abdecken zu können. Zusätzlich werden jährlich Millionen herkömmlicher Mäuse zu Forschungszwecken gezüchtet.

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Entstehung der Rassezucht

Neben der Reproduktion gewöhnlicher Mäuse mit den oben genannten Zielen, fanden sich ursprünglich in England einige Hobbyzüchter, die sich zum Ziel gesetzt hatten, aus diesem bunten Haufen von Mäusen, Rassen heraus zu züchten. Im Jahre 1895 kam es zur Gründung des National Mouse Club, welcher die Zucht nach Standard und das Ausstellungswesen für die Farbmaus erstmalig etablierte.

Dennoch verging fast ein ganzes Jahrhundert bis die Rassemaus in den Ländern außerhalb Großbritanniens Beachtung fand. Erste Mitstreiter waren in den USA und in den Niederlanden zu verzeichnen. Erste vorsichtige Schritte der Farbmaus-Rassezucht in Deutschland wurden in den 1990er Jahren gemacht. Während in Finnland zu dieser Zeit z. B. bereits ein Zuchtverein für Mäuse gegründet wurde, dauerte es in Deutschland noch bis zum Jahre 2002 bis sich genügend dauerhaft engagierte Züchter für eine Vereinsgründung gefunden hatten und nach intensiver Vorarbeit konnte im Jahre 2004 der DMRM e. V. gegründet werden. Aufgrund des Mangels an Kleinnagerzuchtvereinen generell, öffnete der DMRM e. V. seine Pforten für Züchter und Freunde verschiedener Mäuseartiger, hat allerdings bis heute seinen Schwerpunkt in der Farbmauszucht.

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Die Zuordnung von Zuchtformen, deren Vorkommen und Herkunft

Aus der Farbmaus als domestizierte Hausmaus entwickelten sich also verschiedene Erscheinungsformen von Farbmäusen, so genannte Zuchtformen. Neben der bereits erwähnten "gewöhnlichen" Maus und der "Rassemaus" entstand eine weitere Zuchtform, die "Liebhabermaus".

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Die "gewöhnliche Maus" ist die bis heute am meisten verbreitete Zuchtform unserer Farbmäuse. Diese Zuchtform findet man in Zoohandlungen und bei vielen privaten Züchtern, die mit Mäusen aus dem Handel züchten und auch in großer Zahl unter den Notfallmäusen. Gewöhnliche Mäuse wurden von kommerziellen Züchtern speziell mit dem Ziel gezüchtet, zumeist als Futter für Reptilien und sonstige Tiere zu dienen. Neben den Albinos, die den Hauptanteil an Futtermäusen darstellen, existieren bei der gewöhnlichen Maus viele Farb- und Fellspielarten (auch qualzüchtiger Formen), denn der Züchter für den Handel ist ebenfalls bemüht, lustig bunte Mäuse für den Heimtierverkauf zu produzieren.

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Die "Liebhabermaus" ist eine Zuchtform deren Spektrum äußerst breit gefächert ist. Sie reicht vom Rassemischling (Kreuzung zweier Rassen) über eine Maus, die an die Zuchtstandards (relativ) nahe herankommt bis hin zu einer Maus, die zumindest für einen Laien einer Rassemaus ähnelt, weil sie (ein bisschen) anders als eine gewöhnliche Maus aus dem Handel aussieht. Viele dieser Liebhabermäuse werden gern bewusst oder auch aus Unwissenheit als Rassemäuse angeboten.
Häufig befinden sich unter den Liebhabermäusen auch gelockte oder langhaarige Tiere, denn nicht jeder Züchter schließt sich der Meinung an, dass diese Fellvarianten wenig erstrebenswert für das Wohlbefinden der Tiere sind. Häufig wird die Zucht solcher Mäuse sogar mit fadenscheinigen und sachlich inkompetenten Argumenten (nur Halblanghaar, nur Rassemix, nicht reinrassig etc.) schön geredet, denn in der Regel ist dem Züchter durchaus bekannt, dass man inzwischen landläufig bzgl. der Qualzuchtvarianten recht konform geht.

Liebhabermäuse findet man vorwiegend bei Hobbyzüchtern, aber inzwischen gelegentlich auch bei kommerziellen Züchtern und somit ab und an im Handel und durchaus schon mal unter den Notfallmäusen. Auch bei den Züchtern im DMRM e. V. sind Liebhabermäuse vertreten, weil a) nicht jede Maus den Zuchtstandards oder den Vorgaben der Reinrassigkeit entspricht und b) sich einige Mitglieder bei der Wahl ihrer Zuchtform entschieden haben, nicht dem gesamten allgemeinen Standard und auch nicht den Farb- und Zeichnungsstandards zu folgen. Eine durchaus legitime Entscheidung, denn Ziel des DMRM e. V. ist die Förderung der Mäusezucht generell, auch wenn die Rassezucht im Vordergrund steht.

Die mittlerweile relativ starke Verbreitung von Liebhabermäusen liegt darin begründet, dass die Zucht von Farbmäusen an Beliebtheit gewonnen hat und Hobbyzüchter auch außerhalb des DMRM e. V. bevorzugt Rassemäuse einkreuzen, um ihre eigenen Tiere zu verschönern. Diese Rassemäuse werden regulär über ausländische Züchter besorgt, denn die Zuchtauflagen im Ausland sind erheblich weniger streng als die deutschen Vorgaben und die Abgabe von Mäusen wird dort recht locker gehandhabt, ohne zu prüfen, wohin die Tiere kommen. In ganz seltenen Fällen wurden in der Vergangenheit auch schon einmal Mäuse von DMRM-Züchtern unter Vortäuschung falscher Tatsachen erschlichen, was kurzzeitig gar dazu führte, dass die Abgabebestimmungen des DMRM e. V. angezogen werden mussten. Gegenwärtig vertraut der DMRM e. V. jedoch wieder darauf, dass seine Züchter in Eigenverantwortung entscheiden können, an wen Zuchtmäuse abgegeben werden. Schließlich können nicht alle Hobbyzüchter außerhalb des DMRM e. V. über einen Kamm geschoren werden.

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Die "Rassemaus" ist die seltenste Zuchtform der Farbmaus. Sie gehört einer der anerkannten Rassen an und als Vertreter ihrer Rasse erfüllt sie alle typischen Rassemerkmale, d. h. sie entspricht den Zuchtstandards gemäß dem allgemeinen Standard, den Fellstandards und den Farb- bzw. Zeichnungsstandards. Wie die verschiedenen Rassen anderer Tierarten auch, wird die Rassemaus (bis auf wenige zulässige Kreuzungen) rasserein gezüchtet. Nicht zuletzt entspringt eine deutsche Rassefarbmaus regulär einer professionellen Zucht eines Züchters, der einem eingetragenen Verein angehört. Somit verfügt eine deutsche Rassemaus neben ihrer typischen Rassemerkmale zudem über Vereinspapiere.
Aufgrund der Tatsache, dass die Züchter des DMRM e. V. nicht an jede beliebige Person Mäuse verkaufen und speziell Zuchttiere nicht so leicht den Besitzer wechseln, sind Rassefarbmäuse unter den Notfallmäusen äußerst selten vertreten. Natürlich kann auch ein Vereinszüchter einmal auf einen Interessenten herein fallen, doch ist dies zum Glück die Ausnahme und nicht die Regel. Dennoch lassen sich Rassemausnotfälle in Zukunft nicht ausschließen, allein weil Hobbyzüchter außerhalb des DMRM e. V., aber auch gewerbsmäßige Vermehrer zunehmend im Ausland "Rassiges" einkaufen. Werden Mäuseabgaben jedoch weniger streng gehandhabt, setzt recht schnell eine Kettenreaktion bzgl. unkontrollierter Verbreitung ein. Der Schritt zur zumindest optisch etwas anderen Maus oder augenscheinlichen Rassemaus im Handel und in Tierheimen ist dann nur noch ein ganz kleiner.

Während die gewöhnlichen Mäuse und Liebhabermäuse nicht in Rassen unterschieden werden können, zumal sie auch keine Rassemäuse sind, finden wir bei der Rassefarbmaus eine ganze Reihe von unterschiedlichen Rassen vor. Die Unterteilung in die verschiedenen Rassen geschieht anhand von Farb- bzw. Zeichnungsvarianten. Somit ist die jeweilige Farb- bzw. Zeichnungsvariante gleichbedeutend mit der Rasse einer Rassemaus.
Dieses heißt auch, dass selbst die typvollste Maus in einer vom Standard nicht anerkannten Farbvariante keine Rassemaus ist, sondern unter die Zuchtform Liebhabermaus fällt.
Früher existierte für solche Mäuse wie o. g. im DMRM e. V. die Bezeichnung "Rasseliebhabermaus". Da aber die deutsche Rassemauspopulation mittlerweile groß genug ist und letztlich jeder Rasseliebhaberzüchter doch Rassetiere zum Ziel hatte, konnte diese Zwischenform gemäß eines Beschlusses der Mitgliederversammlung im Jahre 2007 schrittweise entfallen.

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Weitere Erklärungen

Farb- und Zeichnungsvarianten (Rassen der Rassemaus) werden zwar anhand ihres Phänotyps benannt, weil aber jede dieser Varianten einen entsprechenden Genotyp besitzt, spielt auch dieser eine Rolle.

Problematisch werden die offiziellen Bezeichnungen der Farb- und Zeichnungsvarianten hinsichtlich der Liebhabermäuse und gewöhnlichen Mäuse. Auch diese Tiere werden im normalen Sprachgebrauch meist ebenfalls mit den Bezeichnungen der Rassen versehen und ihr Basisgenotyp ist genau der gleiche wie der einer Rassemaus, obwohl sie meist in keiner Weise in ihrer tatsächlichen Färbung oder Zeichnung der jeweiligen Rasse entsprechen.

Eine beispielsweise als "Black" bezeichnete gewöhnliche oder Liebhabermaus entspricht nicht wirklich dem "Self Black", sondern ist gewöhnliches oder liebhabermäßiges Schwarz.
Gleiches gilt natürlich für alle anderen Rassen außer "Self Black" genauso.

Da sich eine solche Vorgehensweise eingebürgert hat und gewöhnliche und Liebhabermäuse in ihren Farben auch bezeichnet werden wollen und es sicherlich Unsinn wäre, das Rad neu zu erfinden werden Mäusefreunde mit diesem Verwirrspiel leben müssen. Dennoch wäre es eine Hilfe, wenn sich alle darauf einigen könnten, gewöhnliche und Liebhabermäuse mit den deutschen Übersetzungen oder anderen passenden Bezeichnungen zu versehen.
Die Züchter des DMRM e. V. werden jedenfalls künftig mit ihren Liebhabertieren einen Anfang machen.

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Rassemauszucht in Deutschland

Mittlerweile ist die Rassezucht von Farbmäusen in Deutschland erfolgreich voran geschritten. Wir können mit Stolz verlauten lassen, dass wir im internationalen Vergleich an oberster Spitze anzusiedeln sind und hervorragende Ergebnisse nachweisen können. Doch bedeutet dies nicht, sich auf den Lorbeeren ausruhen zu können. Insbesondere das Zuchtziel gesunder Mäuse, das in Deutschland wie wohl kaum in einem anderen Land angestrebt wird, verlangt den höchsten Einsatz unserer Züchter.

   


echte Hausmaus
(
in einer Lebendfalle gefangen)
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Nun nicht mehr nur wildfarben,
sondern auch farbig möglich.


gewöhnliche Farbmaus

ein bunter Haufen Mäuse

gewöhnliche Mäuse

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Rassemaus, Argente


Rassemaus, Black Tan

 

 

 

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gewöhnliche Maus


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Liebhabermaus, Braun


Liebhabermaus, Schwarz


Liebhabermaus, Himalaja


Liebhabermaus, Braun

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Rassemaus, Self Black


junge Rassemaus, Dove


Rassemaus, Chocolate

 

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Unten zwei Mäuse in der gleichen Farbe. Es scheint zwar schier unglaublich, ist aber Tatsache, dass sich die beiden im farbgenetischen Basiscode nicht unterscheiden. An diesem Beispiel wird deutlich, warum der "Agouti" in der Rassezucht als "Golden Agouti"  bezeichnet wird.


gewöhnliche Maus


Rassemaus

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